Forma_te in Teterow
17166 Teterow, Deutschland · 8.459 Einwohner:innenIndustriebrache wird Möglichkeitsraum
Am Stadtrand von Teterow, direkt neben einem Supermarkt, liegt ein Gelände, das lange vergessen war: 6.000 Quadratmeter ehemaliges OGS-Areal – zu DDR-Zeiten Verteilstelle für Obst und Gemüse, später Leerstand. Heute ist hier forma_te e. V. zu Hause. Teterow in der Mecklenburger Schweiz hat große Umbrüche erlebt – und braucht Orte, die Neues möglich machen. Zwischen Betonflächen, Werkhallen und einem 20 Meter hohen Schornstein ist genau so ein Ort entstanden. Einer, der seinen rauen Charakter nicht glättet, sondern nutzt. Graffiti leuchten auf alten Fassaden, Hochbeete brechen den Schotter, eine Wiese wächst, wo früher nur Stein lag.
Vom Festival zum Ort
Gegründet wurde der Verein 2018 von 28 jungen Menschen aus der Region. Die Idee entstand aus einem selbst organisierten Pfingstfestival. „Wir haben gemerkt, was wir hier bewegen können“, sagt Mitgründer Hannes Dettmann. Aus dem Event wurde ein Anspruch: einen Ort zu schaffen, der bleibt. „Wir sehen, wie Strukturen zurückgehen. Wir wollten einen Gegenpol.“ Ohne große Fördermittel begannen sie, das Gelände selbst herzurichten: räumen, bauen, ausprobieren. Vieles entstand ehrenamtlich – und wächst bis heute weiter.
Programm aus Bedarf
Mit dem Beteiligungsprojekt „Dein Freiraum“ fragte der Verein, was in der Stadt fehlt – und reagierte. Eine offene Fahrradwerkstatt entstand, dazu Repair-Cafés, Skater-Workshops, Jugenddiscos, Lesungen und Konzerte. Ein zentrales Format ist das interkulturelle Sprachcafé. Daraus entwickelte sich ein großes Interkulturfest, bei dem Hunderte Menschen zusammenkommen. Jugendliche finden Freiräume, Senior:innen treffen sich im Café, Künstler:innen arbeiten vor Ort, Vereine kooperieren.
Noch im Werden
Noch ist vieles im Aufbau. Der Betrieb konzentriert sich auf die Sommermonate, fast alle Gebäude sind nicht beheizbar. Doch die Erschließung läuft, ein erstes Haus soll künftig ganzjährig nutzbar sein. „Wir arbeiten mit dem, was da ist“, sagt Dettmann. „Und wir wachsen Schritt für Schritt.“
Ein Ort, der wirkt
Was hier entsteht, ist mehr als ein Kulturprojekt. Es ist ein Beweis dafür, wie aus Eigeninitiative und regionaler Verbundenheit ein Ort wachsen kann, der Gemeinschaft stärkt – und einer Kleinstadt neue Perspektiven gibt.

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